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  • Grabeskirche St. Josef

Grabeskirche St. Josef

Gebäudetyp: Umbau Kirche | Planung: 2011 | Bau: 2015 | Ort: Mönchengladbach-Rheydt

Die ehemalige katholische Pfarrkirche St. Josef Keplerstraße in Mönchengladbach-Rheydt wurde zur Grabeskirche umgewandelt und dient nun als Kolumbarium.

Über die neu gestaltete, barrierefreie Eingangssituation, werden alle Besucher gleichberechtigt zum Haupteingang geführt. Gleichzeitig lädt die Treppen- und Rampenanlage mit integrierten Sitzinseln die Angehörigen und Besucher zum Verweilen, Begegnen und Austauschen ein.
An die Stellen der ehemaligen Bankreihen sind Grabanlagen getreten. Sie wurden als raumbildende Elemente eingesetzt und reagieren auf den bestehenden Kirchenraum sowie das vorhandene Konstruktionsraster des Bauwerks. Somit entsteht ein symbiotisches Verhältnis zwischen den raumbildenden Einbauten und dem Raum selbst. Ergänzt werden die Einbauten durch Grabanlagen entlang der Außenwände. Auf diese Weise entstehen kapellenartige Nischen, die den großen Kirchenraum behutsam gliedern ohne ihn zu zerteilen. Zudem befinden sich Grabanlagen in der Nordkapelle, der Apsis und an den Seiten des Querschiffes.
Der gesamte Innenraum des Querschiffes gilt den Hinterbliebenen. Ein Sitzbereich dient für Abschieds- und Gedenkgottesdienste sowie zum Verweilen und Innehalten. Der Sitzbereich ist durch ein Podest leicht erhaben und stellt somit einen fließenden Übergang zum Chor dar – Altar- und Gemeinderaum werden zu einer Einheit.

Die Gräber sind inspiriert vom leuchtenden und intensiven Farbspiel der Bilder des Malers Chagall. So wird das Erscheinungsbild der Grabanlagen in erster Linie durch farbige Grabplatten aus Glas definiert, die zugleich ein Zitat an die lichtdurchfluteten Kirchenfenster sind.
Die farbliche Gestaltung der Grabplatten ist in Rot- und Blautönen gehalten. Als Besonderheit zeigen sich die Grabkammern der Nordkapelle und des ersten sichtbaren Bereichs beim Eintreten in den Kirchenraum. Ihre Grabplatten werden durch Weiß-, Schwarz- und Grüntönen beherrscht. Darin wird die Kooperation mit Borussia Mönchengladbach deutlich, denn diese Grabkammern sind eigens für die Mitglieder und Anhänger des Traditionsvereins vorgesehen.

Artikel der Rheinischen Post, 30/04/2016
Artikel der BILD, 30/04/2016
Beitrag in Architektur NRW, 2016
Beitrag in Die Auslese, 08/2016
Beitrag in AIT, 05/2017